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Milchviehstall der Familie Oettl

Milchviehstall der Familie Oettl

Familie Öttl aus Taubitz ist seit Mai flexibler in der Zeiteinteilung

Fam Öttl

Quelle: "Die Landwirtschaft" August 2008

Gemma Melkroboter schau`n
Wenn 2.500 Menschen vor einem Stallfenster Schlange stehen, kann sich dahinter nur ein Melkroboter verbergen. Am Weltmilchtag luden Milch- und Honigbetriebe zum Besuch. Die Familie Öttl war einer davon. Der neue Melkhelfer in Taubitz ist seit 1. Mai im Einsatz. Er war einer der Höhepunkte beim Tag der offenen Tür. Eineinhalb Stunden warteten die Besucher geduldig in der Schlange, um eine Blick auf den Blech-Melker zu erhaschen. Die Zuseher hat es sichtlich beeindruckt, erklärt Katharia Öttl: „Die Leute entwickeln ein Verständnis dafür, dass die Milch mehr kosten muss.“ Und sie nehmen auch mit, dass ein Bauer viel arbeitet.
 
Flexibler sein
Das ist auch am Betrieb Öttl nicht anders, nur wollten sie in ihrer Zeiteinteilung flexibler werden. Darum ist in den neuen Stall gleich der Melkroboter mit eingezogen. Die jungen Eltern können sich die Kinderbetreuung und die Feldarbeit besser neben der täglichen Stallarbeit einteilen. Denn Melken gehen die Kühe jetzt, wann sie wollen, drei bis vier mal am Tag oder in der Nacht. Ein intelligentes System selektiert, wann eine Kuh wieder melken gehen darf. Geregelter Kuhverkehr oder feed first - also zuerst fressen - nennt sich dieses System. Mindestens 400 Minuten müssen zwischen den Melkzeiten vergehen. Innerhalb von drei Tagen lernten Kühe und Betriebsleiter die neue Technik. Der Stalldurchschnitt von 8.500 Kilo hat sich durch die Umstellung nicht verändert. Auch die Milchqualität hat nicht gelitten. Denn der Roboter gibt sofort Alarm auf das Handy, wenn etwas nicht passen würde. Dann ist die Bäuerin am Zug, denn die Technik ist ihr Bereich. Auch wenn sich das Euter einer Kuh verändert, wird gemeldet. Erkrankungen lassen sich so frühzeitig erkennen. 
 
Auch die Büroarbeit ist im Hause Öttl Frauensache - mit Panoramablick über den Stall. Die praktische Zuchtarbeit erledigt Manfred als Eigenbestandsbesamer. Trotzdem gilt für beide, die Arbeiten - soweit es geht - gemeinsam zu erledigen. Das war auch die praktische Lehrstätte für die Jungbäuerin, denn eigentlich ist sie Gärtnerin. Jetzt ist aber klar entschieden: Sie wollen von der Milch leben, 90 Kühe sollen es in fünf Jahren werden. Die Basis dafür haben sie mit dem neuen Stall gelegt. Davon waren auch die Besucher überzeugt.
Manuela Göll
 
Betriebsspiegel
Arbeitskräfte am Betrieb: Manfred (31) und Katharina (27) Öttl, Mutter Christine (62) Familienmitglieder: Töchter Anna (4), Iris (2) Flächenbewirtschaftung: 20 ha Grünland, 25 ha Acker mit Silomais, Weizen und Gerste, 15 ha Wald
Tierhaltung: 41 Milchkühe plus eigene Nachzucht Melkroboter seit 1. Mai

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